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UFC 331

Review

UFC 331 in Los Angeles hatte alles, was eine große Numbered Card braucht. Einen starken Main Event, brutale Finishes, einen der überraschendsten Knockouts des Jahres und mehrere Kämpfer, die ihre Position in ihrer Division deutlich verändert haben.

Joshua Van vs. Alexandre Pantoja 2

Jetzt gibt es keine Zweifel mehr

Beim ersten Kampf zwischen Joshua Van und Alexandre Pantoja blieb aufgrund von Pantojas früher Verletzung eine große Frage offen. Hatte Van den Gürtel wirklich gewonnen oder lediglich von einem unglücklichen Moment profitiert?

Diese Frage ist nach UFC 331 beantwortet.

Van besiegte Pantoja über fünf Runden einstimmig nach Punkten. Die Scorecards lauteten 49:46, 48:47 und 50:45.

Dabei bekam Van keineswegs einen einfachen Kampf. Pantoja startete aggressiv, suchte früh den Clinch und versuchte immer wieder, seine bekannten Grappling Sequenzen aufzubauen. Van blieb jedoch ruhig, fand mit zunehmender Kampfdauer seinen Rhythmus und konnte vor allem im Stand seine Geschwindigkeit und sein sauberes Boxing ausspielen.

Besonders wichtig war die fünfte Runde. Van erhöhte noch einmal das Tempo, setzte Pantoja unter Druck und konnte den ehemaligen Champion sogar zu Boden schicken. Genau dieser Moment war sinnbildlich für den Kampf. Der junge Champion wirkte in der entscheidenden Phase nicht wie jemand, der seinen Gürtel irgendwie über die Zeit retten möchte. Er wollte das Statement.

Und genau das hat er geliefert.

Mit gerade einmal 24 Jahren sitzt Joshua Van damit endgültig an der Spitze einer der spannendsten Divisions der UFC.

Arman Tsarukyan macht seinen Anspruch deutlich

Als nächstes muss der Title-Kampf her

Mauricio Ruffy kam mit viel Momentum in diesen Kampf. Arman Tsarukyan interessierte das offensichtlich wenig.

Vier Sekunden vor Ende der ersten Runde war Schluss. Tsarukyan beendete Ruffy nach 4:56 Minuten durch KO beziehungsweise TKO mit Elbows.

Für Tsarukyan war das mehr als nur ein weiterer Sieg.

Sechs UFC Siege in Folge und eine Bilanz von 11 Siegen aus seinen letzten zwölf Kämpfen sind Argumente, die kaum noch ignoriert werden können. Tsarukyan hat sportlich inzwischen mehr als genug getan, um einen weiteren Titelkampf zu rechtfertigen.

Ruffy bleibt ein extrem gefährlicher Fighter und diese Niederlage löscht seine bisherigen Leistungen nicht aus. Gleichzeitig hat UFC 331 aber gezeigt, wie groß der Unterschied zwischen einem aufstrebenden Contender und einem Fighter sein kann, der seit Jahren zur absoluten Weltspitze gehört.

Tsarukyan hat geliefert.

Jetzt liegt der Ball bei der UFC.

Restliche Main Card

Der Schock des Abends: Gable Steveson wird in zwölf Sekunden ausgeknockt

Damit hatte wohl kaum jemand gerechnet.

Gable Steveson galt als eines der größten Heavyweight Projekte der UFC. Olympiasieger im Wrestling, außergewöhnlicher Athlet und vor UFC 331 noch ungeschlagen im professionellen MMA.

Zwölf Sekunden später lag er am Boden.

Sean Sharaf fing einen zu aggressiven Angriff von Steveson mit einer linken Hand ab und beendete den Kampf sofort. Für Sharaf war es der erste UFC Sieg. Für Steveson die erste Niederlage seiner MMA Karriere.

Vielleicht war es gleichzeitig eine Erinnerung daran, wie brutal MMA sein kann.

Talent, Wrestling Auszeichnungen und Athletik können einen Fighter weit bringen. Aber im Octagon gibt es keine Garantien. Genau darauf hatte die UFC im Nachgang ebenfalls hingewiesen. Steveson hatte wenig professionelle Kampferfahrung und wurde für einen überhasteten Angriff sofort bestraft.

Seine Karriere ist damit natürlich nicht vorbei. Vielleicht ist genau eine solche Niederlage sogar der Moment, aus dem ein junger Fighter am meisten lernen kann.

Aber der Hype Train hat erstmals einen massiven Schlag bekommen.

Patricio Pitbull erinnert alle daran, wer er ist

Das war Patricio Pitbull, wie man ihn aus seinen besten Bellator Jahren kennt.

Gegen Dooho Choi benötigte der Brasilianer nur 3:28 Minuten. Dann war der Kampf durch KO beziehungsweise TKO beendet.

Nach einem schwierigen Start seiner UFC Karriere steht Pitbull nun bei 2:2 im Octagon. Viel wichtiger war jedoch die Art dieses Sieges. Explosiv, präzise und gefährlich.

Mit mittlerweile 38 Jahren wird Pitbull vermutlich keine jahrelange Reise durch die Featherweight Rankings mehr antreten wollen. Nach dem Kampf brachte er deshalb direkt Jean Silva als möglichen nächsten Gegner ins Spiel.

Und ganz ehrlich: Das würden wir uns ansehen.

Alonzo Menifield stoppt den nächsten Hype

Auch der erste Kampf der Main Card brachte eine kleine Überraschung.

Alonzo Menifield gewann per Split Decision gegen den zuvor ungeschlagenen Iwo Baraniewski. Die Judges werteten den Kampf 28:29, 29:28 und 29:28.

Dabei kämpfte Menifield laut UFC sogar mit einem komplizierten Bruch am linken Daumen weiter. Seine Erfahrung machte am Ende den Unterschied.

Mit 38 Jahren wird Menifield wahrscheinlich nicht mehr zum großen Zukunftsprojekt der Division. Aber genau solche Fighter sind für Rankings enorm wichtig. Wer Richtung Spitze möchte, muss erst einmal an ihnen vorbei.

Bonuszahlungen und besondere Momente

Der größte Bonus Moment des Abends gehörte wenig überraschend Sean Sharaf.

Für seinen zwölf Sekunden Knockout gegen Gable Steveson erhielt er einen speziellen „MobLand Bonus“. Die UFC bezeichnete den Sieg als einen der größten Upsets ihrer Geschichte.

Auch wirtschaftlich war UFC 331 ein großer Abend. Die Veranstaltung war mit 19.357 Zuschauern ausverkauft und generierte laut UFC rund 8,23 Millionen US Dollar Umsatz. Damit war es zum Zeitpunkt des Events das umsatzstärkste Event in der Geschichte der Crypto.com Arena.

Wie geht es weiter?

Joshua Van hat die Diskussion um seinen Titelgewinn beendet. Nach einem vollständigen Fünfrundenkampf gegen Alexandre Pantoja gibt es keinen Stern mehr neben seinem Namen. Er ist der Champion und mit gerade einmal 24 Jahren könnte seine Geschichte gerade erst beginnen.

Arman Tsarukyan hat gleichzeitig alles getan, was er tun konnte, um sich erneut für einen Titelkampf zu positionieren.

Für Gable Steveson beginnt dagegen jetzt vielleicht die interessanteste Phase seiner jungen Karriere. Gewinnen, wenn alles funktioniert, ist eine Sache. Entscheidend wird sein, wie er auf seine erste echte Niederlage reagiert.

Und Sean Sharaf?

Der kam nach Los Angeles als Gegner für eines der größten Prospects der UFC.​ Zwölf Sekunden später kannte jeder seinen Namen. 

 

Das ist MMA.

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